Der Eingangsraum wirkte streng, in der Mitte befand sich eine einzige, niedrige Sitzbank ohne Rückenlehne. Eine Unmenge von Schuhen stand auf kleinen Podesten vor der Bank. Endlich wurde klar, warum hier jeder barfuß rumlief: Ab der Bank endete der Holzfußboden und ging in Sand über. Während ich meine Turnschuhe auszog, betrachtete ich einige Fotografien, die an den Seiten von der Decke herabhingen. Auf den Bildern waren Baumpflanzungen und das Setzen der Steine für das Gelände zu sehen. Die Aufnahmen waren eigenartig. Sie mussten nachts mit einer Infrarotkamera aufgenommen worden sein. Fernöstliche Mönche waren von Fackeln umgeben und verrichteten die Arbeiten allesamt von Hand. Ich stand auf und suchte mit dem Blick nach Anna. Sie wartete auf mich vor einem gläsernen Aufzugsschacht, der von Klettergewächsen umrankt war.
Der Aufzug setzte sich in Fahrt, rauschte an der ersten Ebene vorbei und begann dann abzubremsen. Ich freute mich, weil ich durch die gläserne Konstruktion erkennen konnte, dass wir uns auf die Ebene mit der Brücke begaben. Diese Brücke zwischen den Türmen hatte mich von Beginn an fasziniert, ich war gespannt darauf, wie das von innen aussah. Die Aufzugtür öffnete sich. Wir betraten einen Raum, der sich nicht zwischen einem Strandabschnitt und einem Wohnzimmer entscheiden konnte. In dem schwachen Licht zweier Stehlampen entdeckte ich Sitzgelegenheiten aus Korb. Ein Telefon klingelte, Anna lief auf eine der Sitzgruppen zu und nahm das Gespräch an. Ich wartete eine kurze Weile, lief dann auf die Brücke zu. Der Gang war nicht sonderlich breit, jedoch sehr hoch. Etwas, das wie ein Aquarium aussah, leuchtete in der Mitte. Ansonsten war der Gang stockfinster und wurde nur schwach von den Fußbodenleisten her beleuchtet. Ich schritt langsam voran und beobachtete das Auftreten und Versinken meiner Füße im Sand, bevor ich den Blick wieder auf diesen Leuchtkasten hob, an dessen Stirnseiten zwei einfache hölzerne Stühle aufgestellt waren. Ich erkannte etwas, das wie ein altes Buch aussah.