»Du gibst die Tankstelle auf?«, fragte ich erschrocken, obwohl das jetzt nicht so die große Überraschung war.
»H… haste leider umsonst mit mir g… gestrichen, dafür gibt’s paar Tankfüllungen m… mehr zum Geburtstag, v… versprochen«, ergänzte Frank.
»Haben die wissen lassen, was die hier planen?« Ein Lichtkegel wanderte an der Scheibe entlang, Frank öffnete die Augen weit, senkte den Kopf und blinzelte in die Richtung der Säulen. »Frank?«
»B… Büroflächen. Na, w… wen treibt’s außer dem G… Geburtstagskind um die Zeit hierher, hm? T… Tanken will die schon ma nich, w… wart’s ab.«
Frank widmete sich seiner Haupttätigkeit: dem Erraten von Absichten seiner Tankstellenkunden. Ich lief zum Wagen. Die Frau hatte inzwischen mehrfach ihren Wagen umrundet. Irgendetwas mit ihrem Auto stimmte nicht. Frank hatte es natürlich richtig eingeschätzt: Sie war nicht zum Tanken hier. Sie blickte in hektischen, unnachvollziehbaren Zeitabständen zwischen der Glasfront des Kassenhäuschens und dem Wagen hin und her. Frank rührte sich nicht von der Stelle, er kostete die Situation voll aus. Während ich auf meinen Wagen zulief, stampfte sie mit unzufriedenem Blick an mir vorrüber. Dann nahm ich diesen Geruch war. Ich sog Luft durch die Nase ein, um mich zu vergewissern, jedoch wusste ich ganz genau, was ich roch: Es handelte sich um verbrannten Bremsbelag, er stammte eindeutig vom Wagen der Frau. Ich bekam wieder das Gefühl, dass ich mir einen Geruch nur einbildete. Bei diesen Gerüchen, von denen ich glaubte, dass ich mir sie einbildete und es noch nicht einmal wusste, handelte es sich ausschließlich um Brandgerüche. Ich beschloss, Franks Beurteilung des Wagens abzuwarten, um sicher zu gehen. Die Tür des Kassenhäuschens öffnete sich wieder und die künstliche Nachtigall tönte schrill durch die Nacht. Die Frau erklärte Frank, dass sie ein Problem mit dem Mietwagen hätte, dann schloss sich die Tür und ich hörte nichts mehr.