Ich schob die Karte in die Tasche meines Trenchcoats und beobachtete Anna. Sie begann eine langsame Rückwärtsbewegung zu ihrem Cabrio, um ein Gesprächsende einzuleiten.
»Du kannst mich auf meinem Handy erreichen, die Nummer steht darunter. Ich würde mich über einen Besuch von dir freuen, Tracy … Auf Wiedersehen, ich muss jetzt weiter.«
Anna startete den Motor des Wagens und hob den Arm zum Abschied, als sie losfuhr. Sie hupte zweimal und gab dann Vollgas. Ich starrte der Staubwolke nach, die der Wagen hinterlassen hatte. Ich drehte mich um und stiess leicht mit meinem Vater zusammen, ich war noch völlig weg. Ich wunderte mich, dass er noch hinter mir stand, er hätte sich eigentlich schon längst in der Nähe seiner neuen Affäre befinden müssen. Er griff in seine Hemdtasche, dann zog er die zu einer Faust geschlossene Hand wieder heraus und verbarg sie hinter seinem Rücken. Ich war unaufmerksam. Vor mir tanzten immer noch Annas Sommersprossen umher und das Wort San Francisco durchquerte meinen Kopf in einer Endlosschleife. Er öffnete seine Hand, in der eine klassische Herrenarmbanduhr aus Metall lag. Er zog meinen Arm zu sich und legte mir die Uhr an.
»Passt perfekt! Die war in dem Spiegelschrank da unten, eben dank deiner Mutter erst entdeckt.«
Gedankenversunken betrachtete ich die Uhr und richtete dann den Blick zu der Stelle, an der zuvor Anna gestanden hatte. Ich versuchte, das Alter dieser Frau zu schätzen, es gelang mir aber nicht. Komischerweise empfand ich sie gleichaltrig, wie alt jedoch mochte sie sein? War sie in etwa so alt wie meine Mutter? Oder noch älter? Ich benötigte dringend Schlaf. Es gruselte mich aber bei dem Gedanken, mich noch einmal in den Wohnwagen zu legen und in etwa vier Stunden Hauptsonne völlig verschwitzt aufzuwachen. Auf diese Weise wollte ich nicht meinen freien Tag verbringen. Ich drehte mich von der Sonne weg und beobachtete meinen Vater, wie er die Treppe runterlief.