Das war völlig bekloppt, weil aus der Zeit, als das Gelände von der Armee genutzt wurde, überall Glasscherben dort verstreut lagen. Der Hund hatte mich entdeckt und war sofort bellend auf meine Höhe aufgeschlossen, ich musste unwillkürlich loslachen, weil er so verstört wirkte durch meinen plötzlichen Bewegungsdrang. Ich hatte es eilig. Diese Frau könnte es sich während der Auseinandersetzung meiner Eltern plötzlich anders überlegen, in ihr Auto steigen und den Platz verlassen, ohne dass ich sie jemals zu Gesicht bekommen hätte. Ich rannte wie eine Besinnungslose auf die Lücke in den Büschen, die an der Betontreppe entlang gepflanzt waren, zu.
Als ich die Stelle endlich erreicht hatte, stützte ich meine Hände auf die Oberschenkel und wartete kurz, bis ich wieder bei Atem war. Das Bild, das ich sah, ähnelte einer dieser kirchlichen Ikonen. Ich erkannte gegen die Sonne den lichtumrandeten, glänzenden Umriss einer sehr großen Frau, die betont weiblich mit einem Kostüm bekleidet war. Sie trug einen Hut, den sie mit ihrer Hand vor dem böigen Wind beschützte. Ich hielt die Hand zum Schutz vor der Sonne über meinen Augen und versuchte, die Größe der Frau zu schätzen: Sie musste mich mindestens um einen Kopf überragen. Als ich die letzte Stufe der Treppe erreichte und die kleine gerade Fläche vor dem Tor betrat, erkannte ich, dass die Frau mich ungefähr zweieinhalb Köpfe überragte. Sie reichte ihre Hand durch einen der Zwischenräume des Tors. Die Hand war von außerordentlicher Größe und umschloss die Meinige fast ganz, dennoch war sie weiblich schlank, trocken und warm.
»Mein Name ist Anna. Anna Primov.«
»Mein Name ist Tracy Train … Kann ich irgendwie helfen?«
Sie blickte mich aus freundlich lachenden, geheimnisvoll braunen Augen an, die von unzähligen, winzigen Sommersprossen umgeben waren. Sie musste älter sein, als sie wirkte. Ich konnte ihr Alter überhaupt nicht einschätzen. Der Mund war schmal und geschlossen, deutete eine Sorge an.
»Einen Moment, ich habe hier … ein Foto«, sagte Anna.