Sie zerrte das Ding an die Kante der Ladefläche heran, es sah aus wie ein Stehpult. An der Oberseite des Dings ragten Antennen heraus. Mein Vater schlich mit betretenem Blick und einem gehörigen Sicherheitsabstand an die Ladefläche heran. Meine Mutter entdeckte ihn sofort und war über seine plötzliche Anwesenheit nicht überrascht. Erst zu diesem Zeitpunkt begriff ich, dass das kein Tobsuchtsanfall war, sondern Berechnung: Sie hatte meinen Vater erfolgreich aus der Fahrerkabine herausgelockt. Irgendwas in dem Truck war ihm sehr wichtig, und er war bereit, dafür Ärger in Kauf zu nehmen.
»Walter, was … was ist das hier für ein Müll?«
Ich erkannte den Tonfall meiner Mutter aus endlosen Diskussionen wieder: Die Fragestellung erwartete keine Antwort.
»Doris … bitte: Da sind wirklich ein paar ganz besondere Sachen dabei, ich bitte dich … das, was du gerade in den Händen hältst …«
Meine Mutter stieß das Stehpult mit ihren Handballen an, sodass es wie in Zeitlupe von der Ladefläche kippte. Mein Vater sprang auf die Rückseite des Regals und umklammerte den fallenden Gegenstand auf dem Weg zum Boden mit beiden Armen. Meine Mutter wusste die entscheidenden Sekunden ohne Möglichkeit zur Flucht zu nutzen. Sie sprang von der Ladefläche und packte ihn sofort am Kragen. Ein gut geplanter Angriff. Ich ließ das Fernglas sinken und wollte gerade den Kopfhörer abnehmen, als ich eine fremde weibliche Stimme hörte.
»Das ist ein seltenes elektronisches Musikinstrument. Je nach Zustand zahlt Ihnen ein Sammler dafür ein wenig mehr als 2000 Dollar. Entschuldigen Sie bitte die Störung, ich habe ein wichtiges Anliegen und benötige Ihre Hilfe.«