Danach hob ich das obere Ende der Liste an, um auf den ersten Punkt zu schielen, dort stand:
Räum´ den verdammten Wohnwagen auf!
Allein dieser Befehlston. Das ging überhaupt nicht. Ich ging weiter zu Punkt zwei. Ich las:
Linda besuchen?
Ich rollte die Liste wieder zusammen und legte sie an der Tischkante ab. Immerhin, eine Frage und kein Befehlston: schon viel besser. Nachdem ich tief Luft geholt hatte, blies ich langsam wieder aus und spielte an meinen Fingernägeln herum. Ich stand auf und wies der Maschine einen Espresso an. Nach dem dritten Espresso setzte ich mich zurück auf den Campingstuhl. War die Idee, Linda zu besuchen, wirklich gut? Wir hatten keinen Kontakt mehr, nachdem wir uns auf dem Heimweg von einer Party miteinander verkracht hatten. Es ging nicht darum, ob mir der Besuch bei Linda Spaß machte oder nicht. Ich war auf ihre Hilfe angewiesen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie Linda mittlerweile aussah. Doch bei diesem Versuch sah ich nur ihr wutverkrampftes Gesicht während unseres letzten Gesprächs vor mir aufleuchten. Linda war die einzige Person aus meinem Bekanntenkreis, die etwas Sachkundiges zu meinem brenzligen Problem mit dem Ritter der unendlichen Leere beisteuern konnte. Doch bevor Linda ins Spiel kam, wurde es höchste Zeit, dass ich mich selbst einmal gründlichst mit dieser Geschichte auseinandersetzte. Ich musste mich an die Wurzel dieser Ritterfigur begeben, und diese Spur führte in die Schulzeit. Über die Schulzeit nachzudenken, nervte mich. Also versuchte ich mir das Erinnern irgendwie schmackhaft zu machen, ich entschied mich für den Drehbuchstil.