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Der Ritter
der unendlichen Leere
bedroht Tracy Train

Ich hörte zunächst eine Weile irgendwelchen Lärm, der wie Verkehr klang. Kurz darauf begrüßte mich die leise Stimme meines Bruders Neil.
»Hey Tracy, wie ist die Situation zu Hause? Ich werde mal kurz bei euch vorbeischaun.«
»Nicht gerade berauschend.«
»Wenn das so ist, wär’s mir lieber, wenn ich vielleicht bei dir im Wohnwagen übernachten könnte. Ich habe keine Lust, dass mich Mama mit Fragen durchlöchert. Ist nur für zwei Nächte … ginge das?«

Ich hatte erwartungsgemäß kein Auge mehr zu bekommen und war schließlich zum Frühdienst aufgebrochen. Mein Tank war komplett leer, also fuhr ich rüber zu Frank. Es musste mittlerweile die siebte Runde um die Tankstelle sein. Frank wachte nicht auf. Ich erhöhte die Geschwindigkeit des Wagens und verkleinerte den Radius meines Fahrkreises. Das Quietschgeräusch der Reifen wurde hörbar lauter. Meine Arme zitterten und waren kaum noch spürbar. Ich war noch immer völlig entkräftet von dem Streichen des Tankstellenhäuschens und auch die fehlende Servolenkung des Kastenwagens war ungünstig für meinen Plan, Frank durch meine Anfahrt wach zu bekommen. Also gab ich es auf und steuerte den Wagen auf die Zapfsäule zu, die der Tür des Kassenhäuschens am nächsten war. Ich stoppte den Motor und ließ mich mit dem Restschwung bis kurz vor die Säule rollen, bevor ich den Wagen mit einer plötzlichen Vollbremsung, die laut unter dem Dach der Tankstelle widerhallte, zum Stillstand brachte. Frank schlief unbehelligt weiter. Das sah, wie immer, ziemlich gruselig aus. Sein Stuhl war ein ganz wenig nach hinten geschoben, sodass er den Hinterkopf an die Säule hinter der Theke anlehnen konnte. Manchmal hatte er sein nervöses Auge, das linke, sogar ein wenig geöffnet. Das konnte ich nicht leiden, es sah dann gleich nach Herzstillstand aus. Ich stieg aus dem Wagen aus und richtete einen Blick auf die Hantel an meinem Handgelenk. Ich schielte rüber zu seiner riesigen Wanduhr, die er mit einem wöchentlichem Anruf bei der Zeitansage fit hielt. Sie zeigte 2.50 Uhr, ich hatte noch ausreichend Zeit bis zu meinem Termin. Vor ein paar Jahren hatte ich schonmal eine klassische Damenarmbanduhr besessen die ich jedoch irgendwann verloren hatte. Diese Uhr hier funktionierte genauso, ich hantierte an der Krone herum, zog die Uhr auf und stellte die Zeit ein. Als ich die Uhr startete, drehte sich der Minutenzeiger wie bei einer Zeitrafferaufnahme.

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