»Danke, Tracy. Dann spare ich mir das mit drüben.«
»Bestimmt wird er bald entdeckt, wenn er vermisst gemeldet ist. So jemand fällt doch irgendwann auf.«
Anna hob die Schultern leicht und entließ eine Lunge Luft aus der Nase. Darauf nickte sie kurz und steckte das Foto in ihre Tasche zurück.
»Ich hoffe das auch, aber kann mich einfach nicht gedulden und mache mir fürchterliche Sorgen. Ich sollte wieder meinen Dingen nachgehen.«
Ich hörte die schnellen Schritte meines Vaters auf der Treppe hinter mir. Wie war er so plötzlich aus dem Haus entkommen? Die Frage beantwortete sich direkt: Meine Mutter verließ mit durchdrehenden Reifen die Ausfahrt und fuhr Richtung Los Angeles.
»Verzeihung, dass Sie so lange warten mussten. Konnte meine Tochter Ihnen behilflich sein?«
Eine Unsicherheit blitzte in Annas Augen auf, ich überwachte ihren Blick, der kurz seitlich das Auto meiner Mutter verfolgte und schließlich wieder zum Tor zurückkehrte.
»Vielen Dank, Mister Train. Das konnte sie. Danke nochmal, Tracy. Ich werde jetzt mal weiterfahren, vielleicht ergibt sich ja doch noch etwas. Es tut mir leid, ich wollte … wirklich nicht stören.«
»Sagen Sie, dieses Instrument … Sie scheinen etwas darüber zu wissen, könnten Sie es mir erklären? Können Sie es vielleicht sogar spielen?«, wollte mein Vater wissen.
Ich hatte es schon in seiner Stimme gehört, vergewisserte mich jedoch auch in seinen Augen. Es war offensichtlich, dass er mit dem angeschimmelten Holzkasten unten im Hof eine seiner problematischen Ding-Mensch-Beziehungen begonnen hatte, die seine Verbindung zu meiner Mutter gefährdeten.
»Sehr viele Informationen kann ich Ihnen nicht geben, Mr Train. Ich weiß, dass es Theremin genannt wird. Ich besitze so ein Ding, bin aber leider sehr unmusikalisch. Es stammt aus unserem Familienbesitz. Ein Freund von mir ist völlig verrückt darauf, er hat es sich geliehen und will Unterricht darauf nehmen.« Anna nahm eine Standbein-Spielbeinpose ein und hob die Arme wie ein Dirigent.