Mein Vater hatte den Verriegelungsmechanismus betätigt. Sie konterte mit einem Sprint vor die Kühlerhaube. Von dort aus konnte sie die beiden Seitenflanken überblicken beziehungsweise einen Fluchtversuch verhindern. Ich lauschte wieder: Das Knirschen vom Schotter des Parkplatzes an der Straße erklang im Kopfhörer. Ich warf einen Blick zum Zaun hoch, konnte aber niemanden sehen. Damit war dann wohl ein weiterer möglicher Kunde wirksam in die Flucht geschlagen. Der nächste Schlag knallte auf mein Trommelfell, ich zuckte wieder zusammen. Als ich mit dem Fernglas zurück zum Geschehen vor dem Haus schwenkte, sah ich, dass meine Mutter mit der Whiskeyflasche auf die Kühlerhaube geschlagen hatte. Ich konnte das Nuscheln meiner Mutter ausgezeichnet verstehen.
»2000 Dollar, Walter … Wofür lege ich jeden Cent beiseite, du Idiot? Worüber haben wir uns die letzten zwei Wochen unterhalten, Walter?«
Mein Vater regte sich nicht. Er hatte sich offensichtlich für die Strategie des Aussitzens entschieden. An der Mimik meiner Mutter konnte ich gut erkennen, dass sie angestrengt nachdachte. Sehr angestrengt. Auch ihr leiser Ton passte gut dazu. Am Verhalten meines Vaters war leicht zu erkennen, dass er einen Riesenmist gebaut hatte. Meine Mutter richtete den Blick kurz zum Himmel und startete zu einem weiteren Sprint. Sie lief an der Fahrerseite entlang und versetzte der Fahrertür einen Hieb mit der Flasche. Sie war an der Hinterseite des Lastwagens angekommen und riss den Sicherungsbolzen der Flügeltüren heraus. Sie drückte die beiden Türen des Fahrzeugs gänzlich beiseite, sodass die Ladung sichtbar wurde. Ich sah nur ein altes Bücherregal, das mein Vater als Abschluss vor die Ladung gestellt hatte. Ich witterte so langsam das Thema des Krachs vor dem Haus.